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Rezension II Kapitel 5: Jenseits

am 24.09.2009 | 23:19

„Mach' dir lieber Sorgen über das, was vor uns liegt…

…nicht hinter uns.“

 

(Ruttgar, der Dieb)



„Jenseits der Brüstung verlor sich die Welt im Grauschwarz des unruhigen Wolkenmeeres. Weder Pfeiler noch Säulen hielten die Brücke. Sie war älter als der Herbst. Älter als die Erinnerung. Ein Ende des Weges kam nicht in Sicht.

Die Welt war zusammengeschrumpft auf drei einsame Wanderer. Sie hatten die Grenze zum Welkenwerk überschritten und das Vergessene Land betreten."

 


Die fünfte Folge „Jenseits“ knüpft an „Verborgen“ an. Gaston Glück, Myrell und Ruttgar, der Dieb, sind auf der Flucht vor dem Verweser und reisen zu den Frostklüften. Doch bevor sie die lange Brücke, die zu den Frostklüften führt, betreten können, müssen sie einen von den Purpurnen Prüfern bewachten Grenzposten überwinden.
Halmir und Dungring treffen in der Zwischenzeit auf eine Gestalt, die sich zu wehren weiß.

 

Die Story ist interessant; es wird dem Zuhörer nie langweilig. Man erfährt immer mehr, aber doch nur einen kleinen Teil der gesamten Geschichte. Spannung und Atmosphäre steigern sich im Vergleich zur Vorgängerfolge. Das Hörspiel ist an mehreren Stellen äußerst temporeich. Neue Wesen tauchen auf und zeigen, dass es noch viel mehr zu entdecken gibt. Man spürt förmlich, dass Gaston immer mehr seine ihm vertraute Welt verlässt. Aber kann er sich auch auf seine beiden Mitstreiter Myrell und Ruttgar verlassen? Auch wenn sich die drei Weggefährten oftmals streiten, so stört dies nicht dem Hörspiel, sondern verstärkt das Gefühl, weit von der gewohnten Umgebung in einem unsicheren, ja geradezu düsteren und feindlichen Gebiet zu sein.

 

Die Sprecher sind wie gewohnt hervorragend. Die Hauptsprecher Timmo Niesner, Stefan Krause und Hannes Maurer überzeugen absolut. Auch bin ich wieder angetan von Diana S. Borgwardt, die ihre Rolle der Königstochter Myrell diesmal wieder abwechslungsreich vorträgt. Engelbert von Nordhausen als geheimnisvoller Ruttgar, der Dieb, und Jürgen Kluckert als blinder Tebald Glück komplettieren das Bild.

 

Hin und wieder blitzt eine humorvolle Szene auf. Am besten hat mir diesmal folgender Dialog gefallen:


Tebald: „Wir haben Wichtigeres zu tun. Ich habe Tiefenhag nicht ohne Grund verlassen.“
Dungring: „Aber ...“
Tebald: „Wir brechen auf.“
Dungring: „Es wird dunkel.“
Tebald: „Für mich ist es schon lange dunkel. Worauf wartet ihr?“
Dungring: „Hinter‘m Tresen hat er mir besser gefallen.“

 

 

Das Cover ist wunderschön, wenn auch mir persönlich das Cover der Vorgängerfolge „Verborgen“ noch ein wenig besser gefällt. Die endlos scheinende Brücke ist ein zentraler Handlungsort dieser Folge und mit Blitzen schön in Szene gesetzt.

 

Fazit: „Jenseits“ ist eine wunderschöne, wirklich toll inszenierte Fantasy-Geschichte, die einfach Lust auf mehr weckt. Ein Highlight des Jahres 2008.

 

am 05.10.2009 | 16:50

Gerade mal angehört, kommt ja "schon" bald die nächste...

Die Geschichte bleibt weiterhin interessant und die Schauplätze sind gerade in dieser Folge toll. Man denke an die Szene mit dem Grenzposten oder die unwirkliche Umgebung nach dem Abseilen von der Brücke. Was hätte man daraus für einen Hörgenuß zaubern können...
Hier liegt dann allerdings auch die Schwäche der Produktion:

Das erste, was mir bei Abseits der Wege 05 aufgefallen ist, sind Panoramapositionen jenseits Laut lachend von Gut und Böse. Da wird der eine Sprecher ganz nach links gedreht, wärend der andere von ganz rechts kommt und ein dritter exakt in der Mitte verharrt.   
Herr von Nordhausen klingt im Gegensatz zu den anderen Sprechern dumpf, als würde er sich beim Sprechen die Hand vor den Mund halten. Warum gibt es auf der Brücke einen Hall? Klingt nach Tunnel... Im Hintergrund gibt es Wind und Gerumpel, Geräusche werden nur spärlich verwendet und nicht selten plump auf Ansage des Erzählers gesetzt. Den Detailreichtum früherer Sassenberg Produktionen vermißt man auch weiterhin. Musik gibt es im Gegensatz dazu en masse, vermutlich um genau dieses Problem zu verdecken.

"Ein fleischiges Blätterdach bremste seinen Fall" sagt der Erzähler. Was man hört ist einige Male das gleiche Geräusch von quitschendem Holz, fertig. Und das nachdem er "eine Ewigkeit und mehr" gefallen sein soll. Lustig auch gegen Ende auf den Treppen als der Erzähler sagt: "Fieberhaft hetzten sie höher und höher". Was man hört sind völlig normale Schritte, die eine Treppe hinauf steigen.

Fazit: Die Geschichte bleibt weiter spannend und unterhaltsam. Die Musik ist wie immer top, doch ähnlich wie schon bei den letzten Burns Folgen können die Geräuschuntermalung und Mischung des Hörspiels nicht überzeugen. Das ist nur noch Mittelmaß und Folgenreich hat mittlerweile deutlich bessere Pferde im Stall.

am 08.10.2009 | 00:43

@mr_wong: Reine Neugier: Welches folgenreiches Pferd hat denn das beste Klappern (also Geräuschkulisse)?

am 08.10.2009 | 15:45

@Belphanior:
Am besten klappern Mark Brandis und Don Harris. Gerade Brandis hat diesbezüglich die Latte nochmal ein gutes Stück höher gelegt. Folgenreich hat hier ein gutes Händchen bewiesen... Lächeln

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