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Rezension II Gabriel Burns 21: Zauberer

am 16.10.2009 | 14:14

Ja, es fängt spannend an: Das Telefon bimmelt; nass und fluchend geht Steven Burns, der unter der Dusche stand, an den Apparat. Man hört eine feine, bekannte Kinderstimme. Daniel!

 

Ich finde es prima, wenn Stevens kleiner Bruder in Erscheinung tritt. Wie genau verschwand Daniel vor mehr als 24 Jahren? War es wirklich Steven, der seinen Bruder in eine andere Dimension verbannt hatte? Daniel Stimme bittet Steven um Hilfe, und mittels eines Kindertotenschädels erfährt Steven, wohin die Reise gehen soll: "Die Straße der Knochen"... Rasch bricht Steven auf. Es ist klasse, dass er nach der ganzen Lethargie endlich mal Entscheidungen treffen kann!

 

Fazit: Insgesamt gefällt mir die Folge, auch wenn sie oft die Spannung rausnimmt. Die Atmosphäre stimmt und die Sprecher sind wie gewohnt klasse.

am 25.10.2009 | 21:19

Aus Spoilergründen verzichte ich an dieser Stelle auf eine detaillierte Inhaltswiedergabe. Da aber die Klappentexte bei Gabriel Burns meist nie besonders aussagekräftig sind, doch ein paar kurze Sätze zum Geschehen. Wer völlig ohne irgendwelche inhaltlichen Vorkenntnisse an die Folgen herangehen will, der möge einfach beim nächsten Absatz weiterlesen. Alles beginnt mit einem Anruf von Daniel bei Steven. Kurz darauf ertönt die Titelmelodie und Jürgen Kluckert hält uns auf der Straße der Knochen willkommen. Was es genau damit auf sich hat, wird im Hörspiel später genauer klar, da möchte ich an dieser Stelle gar nicht vorweggreifen. Steven macht sich auf den Weg seinen Bruder zu finden, erlebt dabei aber mehr als nur eine böse Überraschung, welche ihn der Wahrheit so nah bringen, wie noch nie zuvor. Währenddessen machen sich Larry Newman und Joyce Kramer auf nach Vietnam, wo sich angeblich noch ein letzter Ammonit befinden soll. Allerdings sei schon verraten, dass sie in dieser Folge noch nicht bis zu diesem Vordringen.

Angesichts der zwar immer wieder recht guten Einzelfolgen der nahen Vergangenheit, welche aber den großen Handlungsrahmen nicht wirklich voran gebracht, geschweige denn Antworten geboten haben, war ich doch ziemlich skeptisch, ob man denn diesmal den Ankündigungen gerecht werden würde. Diese Zweifel sind aber nach dem Hören von "Zauberer" erst einmal völlig weggeblasen. Es gibt zwar noch nicht alle finalen Antworten, allerdings nähern wir uns der großen Wahrheit nun wirklich mit riesigen Schritten. Diese Episode knüpft definitv wieder an die großen Folgen der Serie wie "Die Totenmaschine", "Die erste Erinnerung", "Die Kommission" und "Die Verbündeten" an. Vergessen scheint die Zeit der "Füllfolgen". Was diesmal noch etwas an konkreten Antworten fehlt, wird eindeutig durch die hochinteressante und extrem spannende Rahmenhandlung wett gemacht. So langsam beginnen sich die Fäden zu entwirren, die Phase Fleisch (die nicht nur ein Marketing-Gag ist, sondern im Hörspiel selbst eine nicht unbedeutende Rolle spielt) scheint tatsächlich dem Ende entgegen zu gehen. Das zusammen mit der Konstante dieser Serie, nämlich der absolut hammermäßigen Atmosphäre macht diese Folge endlich wieder zu einem vollständigen Genuss, der auch endlich wieder satt zu machen vermag. Allerdings heißt es jetzt, sich nicht auf diesen Lorbeeren auszuruhen, sondern diesen Weg konsequent weiter zu beschreiten.

Sehr gut gefallen hat mir, dass man auch wieder auf Veränderung setzt. So darf Bernd Vollbrecht als Steven/Gabriel Burns diesmal als Ich-Erzähler einen wesentlichen Teil der Handlung vortragen, nachdem man zu Beginn erst einmal mitten ins Geschehen geworfen wird, welches dann durch eine Rückblende wieder aufgearbeitet wird. So aber bekommt man einen noch intensiveren Einblick in das Innenleben von Steven, dessen Gefühle und Gedanken. Eine Mischung aus Wut, Angst und Verzweiflung, die Bernd Vollbrecht wieder einmal absolut meisterhaft zu spielen vermag. Sehr souverän präsentieren sich erneut Bianca Krahl und Björn Schalla. Freuen dürfte viele Gabriel-Burns vor allem aber der Doppelauftritt der beiden Finks (Timmo Niesner als Dorgan und Helmut Gauss als Armintore). Sehr positiv ist mir außerdem Astrid Bless aufgefallen.

Wenn sich "Gabriel Burns" in einem Punkt schon seit Jahren keinen Ausrutscher erlaubt hat, dann ist das bei der Musik und den verwendeten Effekten. Überrascht ist also wohl niemand mehr, wenn ich sage, dass man sich auch diesmal wieder in der Spitzenliga bewegt. Perfekt erscheinen die Klänge im Zusammenspiel mit der düsteren, teils außerdem ziemlich harten Story und lassen so durchaus das ein oder andere Mal eine Gänsehaut quer über den ganzen Körper laufen. Vor allem die längeren Einspielungen bei "harten" Szenenwechseln erweisen sich als sehr passend.

Fazit: Für einige mag es möglicherweise noch immer etwas zu wenig an Antworten sein, was man hier geboten bekommt. Versucht man aber die Folge bei anderen bereits bekannten einzuordnen, so fällt diese meiner Meinung nach eindeutig in diesselbe Kategorie wie z.B. "Die Totenmaschine" und "Die Verbündeten". Eines ist "Zauberer" auf jeden Fall eines nicht, nämlich eine von vielen befürchtete Füllfolge. Die Rahmenhandlung schreitet mit großen Schritten vorran, wir erfahren einige äußerst interessante Details in Hinblick auf das Geheimnis rund um Steven/Gabriel Burns, und nicht zuletzt gestaltet sich die Story als extrem spannend. Atmosphärisch wie auch sprechertechnisch absolut top. Daher ist mein Fazit: die beste Episode der Reihe in diesem Jahr. Mal sehen, ob "In das Dunkel" diese Episode vielleicht sogar nochmals zu toppen weiß.

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