Don Harris Psycho-Cop – 10. Der Anschlag

Erster Eindruck: Wendungen all überall
Don Harris verspürt verstärkt den Wunsch nach einem normalen Leben, in dem er nicht gegen die Mächte der Finsternis antreten muss – besonders, da Elektra mal wieder auf eine geheime Mission aufbricht. Ein Anruf, dass die Höllensöhne einen Fehler begangen haben, tritt dann wieder eine Kette von Ereignissen in Gang, die einen unglaublichen Verrat aufdecken – und alles verändern werden...
Nach der etwas längeren Pause nach der achten Folge, mussten Fans der Mystery-Serie „Don Harris Psycho-Cop“ glücklicherweise nicht ebenso lange auf die zehnte Folge der Serie warten, die eine bedeutende Wendung ankündigte. Voller Vorfreude konnte man also „Der Anschlag“ in den CD-Player legen, und enttäuscht kann man von dieser entscheidenden Folge nun wahrlich nicht sein. In Sachen Tempo und Storydichte legt die Geschichte noch einmal ordentlich zu, die Ereignisse scheinen sich quasi zu überschlagen, und Don Harris sieht sich mit immer neuen Situationen konfrontiert. Das allein würde schon zu einem grandiosen Action-Spektakel reichen – doch es wird wesentlich mehr geboten. Sehr tief wird in den Charakter von Don Harris eingedrungen, seine stärksten Sehnsüchte, sein Hadern mit seinem Dasein aufgedeckt. So realistisch wirkte er bisher noch nie, so stark in keiner vergleichbaren Serie thematisiert. Eine trickreiche Wendung offenbart nicht nur ein Ziel der Höllensöhne, sondern lässt Don Harris' Enttäuschung noch größer werden. Bis dann das Ende völlig überraschend und untypisch daher kommt, alles offen bleibt und der Hörer danach lechzt, den weiteren Gang der Ereignisse zu erfahren. Eine sehr sehr starke Folge der Serie, die mich von Anfang bis Ende gepackt hat.
An dieser Stelle muss noch einmal die hervorragende Leistung von Dietmar Wunder als Don Harris gelobt werden, der seiner Figur fernab vom Klischee des übernatürlichen Ermittlers jede Menge Substanz verleiht und seines Charakter mit viel Feingefühl darstellt. Zazie-Charlotte Pfeiffer kann in einer interessanten Nebenrolle als Carrie mit ihrer mysteriösen Wirkung überzeugen. Und Matthias Haase gefällt mit als Vince mit eingängigen Sprechrhythmus und seiner markanten Stimme sehr gut. Weitere Sprecher sind Udo Schenk, Boris Tessmann und Helmut Krauss.
Obwohl die Produktionen von Oliver Döring ansonsten eher für ihre lautstarken Effekte und ausgeklügelte Musik bekannt sind. Schlägt er hier ganz andere Töne an, die Inszenierung ist eher leise und auf die Handlung fixiert. Das passt auch wesentlich besser zu dem ernsthaften und realistischeren Hintergrund – an einigen Stellen darf es aber auch hier ein wenig lauter sein.
Don Harris, dem die Enttäuschung auf dem Gesicht geschrieben steht, vor der Kulisse eines dunklen Straßenzuges einer großen Stadt – auch das Titelbild zur Nummer zehn der Serie konzentriert sich stark auf den Psycho-Cop. Bei dieser entscheidenden Folge, die ja auch ein kleines Jubiläum darstellt, wären einige Extras in der Aufmachung jedoch schön gewesen.
Fazit: Ein tolles Finale dieses ersten Handlungsstranges mit überraschendem, aber sehr überzeugenden Ende nach einem starken Verlauf.
VÖ: 24.Juni 2011
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 978-3-8291-2375-4
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