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Don Harris 07 – Drei Gräber in Sibirien
Über ein Jahr ist vergangen, seit man zuletzt etwas vom Geheimagenten mit dem dritten Auge gehört hat. Jetzt präsentiert das Hörspiellabel Folgenreich die siebte Folge der Serie und plant einen Dreimonatszyklus für weitere Veröffentlichungen.
Don Harris erhält den Auftrag, den Journalisten Alan Bancroft zu finden, der bei Nachforschungen über Grigori Rasputin in Sibirien verschwunden ist. Zusammen mit der russischen Agentin Larissa Chamova macht sich Harris auf die Suche. Die Spur führt zu einem entlegenen Kloster nahe dem sibirischen Bergdorf Mutow. Als Chamova entführt wird, muss der „Psycho-Cop“ handeln und tappt dabei in eine Falle, die seine Gegner, die mysteriöse Organisation „Club der Höllensöhne“, sorgfältig vorbereitet haben.
Die Sprecherriege ist wie bei WortArt Produktionen üblich hochkarätig. Dietmar Wunder spielt die Rolle des Geheimagenten hervorragend. Engelbert von Nordhausen als sibirischer Hotelbesitzer Lukow, super! Viktor Neumann als Fahrer Kolja und komisches Element der Folge erinnert zwar etwas an Pablo aus den Folgen 03 und 04, macht aber dennoch Spaß. Douglas Welbat als Erzähler ist mit seiner ruhigen, sonoren Erzählweise schlicht ein Markenzeichen.
Sämtliche Sprecher laufen unter der Regie von Oliver Döring (John Sinclair & Star Wars Hörspiele) zur Höchstform auf. Die Dialoge wirken stets authentisch und auf den Punkt. Döring, der mit Gerry Streberg zusammen auch das Skript verfasst hat, zeigt in diesem Hörspiel auch wieder sein Händchen für komödiantische Elemente. Ob die „turbulente“ Fahrt über sibirische Schlaglochpisten oder die Szene, in der Harris (hörbar unter Schmerzen) mit Lukow Wodka trinkt, hier hört man das perfekte Zusammenspiel talentierter Sprecher und guter Regie. Auch der Inszenierung merkt man Dörings Handschrift deutlich an. Ähnlich den Sinclair Hörspielen wechseln sich im Szenenablauf verschiedene Handlungsstränge ab, enden Szenen in einem dramatischen Höhepunkt oder der Hörer wird mit einem harten Schnitt an einen neuen Spielort katapultiert.
Das Sounddesign von ear2brain productions stellt die Handlung und Spielorte detailliert akustisch dar. Traditionell scheut man sich bei Don Harris nicht, Gewalt äußerst plastisch zu vertonen. Wie bereits in den vergangenen Folgen, wird gern mal ein Genick gebrochen oder Finger in Augenhöhlen versenkt. Bei den Perspektiven und der Tiefe der Szenendarstellung wurde aufwendig gearbeitet. Hervorheben möchte ich mal die klaustrophobische Stimmung, als man als Hörer quasi mit Don Harris in einem Sarg liegend lebendig begraben wird. Die Handlung wird stets mit passenden Musikstücken untermalt und dadurch die Spannung oder Action zusätzlich herausgearbeitet. Der Soundtrack dieser Folge reicht stilistisch von orchestralen Stücken bis zu elektronischer Musik.
„Drei Gräber in Sibirien“ ist ein Actionhörspiel in bester James Bond Manier mit leicht übersinnlichem Einschlag. Die Story ist nicht besonders tiefgründig, dafür rasant erzählt und technisch sehr gut umgesetzt. Nicht so gut gefallen hat mir die Figur der Larissa Chamova, die viel zu naiv und harmlos für eine Geheimagentin angelegt ist. Die in den ersten Folgen liebgewonnen Weggefährten des „Psycho-Cops“, Terry und Elektra, fehlen leider in dieser Folge. Elektra ist lediglich in einer Vision und während eines Telefonats kurz zu hören. Die Coverillustration stammt wieder von Vladimir Bondar, der aus meiner Sicht für die bereits erschienenen Folgen schon deutlich bessere Arbeiten abgeliefert hat.
