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Rezension II Don Harris Psycho-Cop - 7. Drei Gräber in Sibirien

am 19.09.2010 | 17:26

Don Harris Psycho-Cop - 7. Drei Gräber in Sibirien



Erster Eindruck: In der Kälte des Klosters...

Ein verschwundener Journalist, der gleichzeitig Informant des MI6 war, zieht Don Harris nach Sibirien, wo er den wenigen Spuren mit Hilfe der russischen Agentin Larissa Chamova folgen soll. Ein abgeschottetes Kloster scheint eine heiße Spur zu sein, und wieder trifft der Psycho-Cop auf einen bestimmten Namen: Rasputin und die Höllensöhne...

Lange Zeit lag zwischen der letzten Veröffentlichung von "Don Harris Psycho-Cop" und der neuen Folge "Drei Gräber in Sibirien", vielleicht sogar schon etwas zu lang. Um sich wieder so richtig in die Geschichte einfinden zu können, braucht es wieder eine Weile, da einige Details schon nicht mehr präsent sind. Deswegen wirkt der Anfang auch etwas langwieriger als zuvor, aber wenn diese Hürde überwunden ist, steht dem Hörspielgenuss nichts mehr im Wege. Die Serie kann wieder all ihre Stärken ausspielen und wirkt nicht nur anspruchsvoller als andere Geisterjäger-Reihen, sondern kann auch sehr stimmungsvoll die spannende Geschichte vermitteln. Die düstere Atmosphäre geht in der kalten sibirischen Landschaft noch weiter auf, besonders die Szenen im oben erwähnten Kloster sind voller Düsternis und geheimnisvoller Stimmung. Der Hintergrund, den die Geschichte hat, ist weitreichend und überraschend, toll wie sich die Handlung im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt und neue Elemente hinzufügt. Auch die siebte Don Harris-Folge kann also komplett überzeugen und ist eine gelungene Fortsetzung der bisherigen Teile.

Die Sprecherbesetzung kann mit hochrangigen Namen aufwarten, die einzelnen Charaktere wurden mit passenden Stimmen ausgestattet. Allen voran natürlich Dietmar Wunder als Don Harris, der neben aller Coolness auch die menschliche und ernsthafte Seite des Psycho-Cops nicht vernachlässigt. Marion von Stengel ist als russische Agentin Larissa Chamova zu hören und kann mit sehr präziser Betonung eine intensive Charakterdarstellung vollbringen. Als Jack O'Donnell ist Bernd Rumpf zu hören, dessen angenehme Stimme eine Bereicherung für das Hörspiel darstellt. Weitere Sprecher sind unter anderem Torsten Michaelis, Engelbert von Nordhausen und Rainer Fritzsche.

Regisseur Oliver Döring zeugt hier erneut, wie gekonnt er Geschichten in ihre jeweilige Stimmung versetzen kann. Mit atmosphärischer Musik und glaubhaften Sounds kann er jede Szene mit der passenden Atmosphäre ausstatten. So entsteht ein intensives Hörerlebnis, das einen so schnell nicht mehr loslässt.

Das Cover ist dieses mal recht schlicht ausgefallen, vor dem verschneiten Hintergrund einer alten Kirche zielt ein Mann mit Pistole in Richtung des Betrachters. Der Hinweis auf die übersinnliche Komponente des Hörspiels lässt sich nur im Schriftzug erahnen. Das kleine Booklet ist mit den nötigen Informationen übersichtlich gestaltet.

Fazit: Trotz langer Pause - Don Harris beweist auch hier, das er mit zu den besten Serien im Bereich Geisterjäger gehört! Spannend und sehr atmosphärisch.

VÖ: 17. September 2010
Label: Universal / Folgenreich
Bestellnummer: 978-3-8291-2372-3

am 21.10.2010 | 12:53 (zuletzt bearbeitet am 21.10.2010 | 12:53)

 

Don Harris 07 – Drei Gräber in Sibirien

 

Über ein Jahr ist vergangen, seit man zuletzt etwas vom Geheimagenten mit dem dritten Auge gehört hat. Jetzt präsentiert das Hörspiellabel Folgenreich die siebte Folge der Serie und plant einen Dreimonatszyklus für weitere Veröffentlichungen.


Don Harris erhält den Auftrag, den Journalisten Alan Bancroft zu finden, der bei Nachforschungen über Grigori Rasputin in Sibirien verschwunden ist. Zusammen mit der russischen Agentin Larissa Chamova macht sich Harris auf die Suche. Die Spur führt zu einem entlegenen Kloster nahe dem sibirischen Bergdorf Mutow. Als Chamova entführt wird, muss der „Psycho-Cop“ handeln und tappt dabei in eine Falle, die seine Gegner, die mysteriöse Organisation „Club der Höllensöhne“, sorgfältig vorbereitet haben.


Die Sprecherriege ist wie bei WortArt Produktionen üblich hochkarätig. Dietmar Wunder spielt die Rolle des Geheimagenten hervorragend. Engelbert von Nordhausen als sibirischer Hotelbesitzer Lukow, super! Viktor Neumann als Fahrer Kolja und komisches Element der Folge erinnert zwar etwas an Pablo aus den Folgen 03 und 04, macht aber dennoch Spaß. Douglas Welbat als Erzähler ist mit seiner ruhigen, sonoren Erzählweise schlicht ein Markenzeichen.


Sämtliche Sprecher laufen unter der Regie von Oliver Döring (John Sinclair & Star Wars Hörspiele) zur Höchstform auf. Die Dialoge wirken stets authentisch und auf den Punkt. Döring, der mit Gerry Streberg zusammen auch das Skript verfasst hat, zeigt in diesem Hörspiel auch wieder sein Händchen für komödiantische Elemente. Ob die „turbulente“ Fahrt über sibirische Schlaglochpisten oder die Szene, in der Harris (hörbar unter Schmerzen) mit Lukow Wodka trinkt, hier hört man das perfekte Zusammenspiel talentierter Sprecher und guter Regie. Auch der Inszenierung merkt man Dörings Handschrift deutlich an. Ähnlich den Sinclair Hörspielen wechseln sich im Szenenablauf verschiedene Handlungsstränge ab, enden Szenen in einem dramatischen Höhepunkt oder der Hörer wird mit einem harten Schnitt an einen neuen Spielort katapultiert.


Das Sounddesign von ear2brain productions stellt die Handlung und Spielorte detailliert akustisch dar. Traditionell scheut man sich bei Don Harris nicht, Gewalt äußerst plastisch zu vertonen. Wie bereits in den vergangenen Folgen, wird gern mal ein Genick gebrochen oder Finger in Augenhöhlen versenkt. Bei den Perspektiven und der Tiefe der Szenendarstellung wurde aufwendig gearbeitet. Hervorheben möchte ich mal die klaustrophobische Stimmung, als man als Hörer quasi mit Don Harris in einem Sarg liegend lebendig begraben wird. Die Handlung wird stets mit passenden Musikstücken untermalt und dadurch die Spannung oder Action zusätzlich herausgearbeitet. Der Soundtrack dieser Folge reicht stilistisch von orchestralen Stücken bis zu elektronischer Musik.


Drei Gräber in Sibirien“ ist ein Actionhörspiel in bester James Bond Manier mit leicht übersinnlichem Einschlag. Die Story ist nicht besonders tiefgründig, dafür rasant erzählt und technisch sehr gut umgesetzt. Nicht so gut gefallen hat mir die Figur der Larissa Chamova, die viel zu naiv und harmlos für eine Geheimagentin angelegt ist. Die in den ersten Folgen liebgewonnen Weggefährten des „Psycho-Cops“, Terry und Elektra, fehlen leider in dieser Folge. Elektra ist lediglich in einer Vision und während eines Telefonats kurz zu hören. Die Coverillustration stammt wieder von Vladimir Bondar, der aus meiner Sicht für die bereits erschienenen Folgen schon deutlich bessere Arbeiten abgeliefert hat.

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